Ich sag’s gleich: Nichts verlangsamt eine Website so zuverlässig wie Datenbank-Müll. Alte Revisionen, unnötige Einträge, unoptimierte Tabellen. Alles, was du nie wieder brauchst, hockt da drin und zehrt an der Leistung. Und du wunderst dich, warum dein Backend gefühlt mit einer Brieftaube verbunden ist.
Warum deine Datenbank langsam ist
Ich erinnere mich noch an meine erste WordPress-Seite. Ich war stolz wie Bolle, bis die Seite irgendwann von „Wow, wie schnell!“ zu „Och nö, lad doch endlich…“ rutschte. Ich hab jedes Plugin verdächtigt, den Server angebrüllt und Kaffee über die Tastatur verschüttet. Am Ende wars die Datenbank. Punkt.
Das Gemeine daran: Du merkst es oft gar nicht. Jede kleine Änderung, jedes automatische Speichern, jedes neue Plugin hinterlässt Spuren. Und die bleiben. Revisionen, Transients, alte Plugin-Tabellen – alles sammelt sich wie Krümel zwischen den Tasten. Irgendwann geht gar nichts mehr flott.
Overhead – der unsichtbare Feind
Overhead klingt harmlos, ist aber fies. Es sind überschüssige Daten, die deine MySQL-Tabellen aufblähen. Jedes Mal, wenn du Einträge löschst oder änderst, bleiben Überreste. Die Datenbank merkt sich den Platz, auch wenn nichts mehr drinsteht. Wie ein Schrank voller leerer Kartons, in dem du eh nichts mehr findest.
Und genau deswegen musst du regelmäßig aufräumen. Nicht nur löschen, sondern auch optimieren. Das klingt nach IT-Abenteuer, ist aber ziemlich unkompliziert.
Schritt 1: Alte Revisionen löschen
WordPress speichert jede einzelne Änderung deiner Beiträge. Du schreibst einen Satz, löscht ihn wieder, schreibst den Satz anders – zack, Revision gespeichert. Und das summiert sich. Wenn du 200 Beiträge hast, kann das locker Tausende Revisionen ergeben.
Der schnellste Weg? Ein Plugin wie „WP-Optimize“ oder „Advanced Database Cleaner“. In wenigen Klicks sind die alten Revisionen Geschichte.
- Installiere das Plugin deiner Wahl.
- Mach ein Backup (immer!).
- Lass die Revisionen bereinigen.
Tipp: Du kannst auch selbst bestimmen, wie viele Revisionen WordPress künftig behalten darf. Dazu kommt folgender Eintrag in die wp-config.php:
define('WP_POST_REVISIONS', 3);
Heißt: Maximal drei Versionen pro Beitrag werden aufgehoben. Alte fliegen automatisch raus.
Schritt 2: Overhead beseitigen
Jetzt wird’s etwas technischer, aber bleib dran. Über phpMyAdmin kannst du genau sehen, wo Overhead entsteht. Log dich ins Hosting-Backend ein, öffne phpMyAdmin, wähle deine Datenbank und sieh dir die einzelnen Tabellen an. In der Spalte „Overhead“ steht, wie viel Ballast sich angesammelt hat.
Um das loszuwerden, markierst du einfach alle Tabellen mit Overhead und klickst unten auf „Mit ausgewählten: Optimieren“. Fertig. Das ist wie Defragmentieren, nur digitaler. Der frei gewordene Platz sorgt dafür, dass die Datenbank wieder geschmeidig arbeitet. Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet weitere Tipps in diesem Artikel von Thingybob zur Bereinigung der wp_options Tabelle.
Und nein, du musst dafür kein Profi sein. Es fühlt sich an wie Frühjahrsputz – nur ohne rosa Putzlappen.
Schritt 3: Tabellen optimieren
Beim Optimieren fasst du deine Tabellen im Grunde einmal kurz an den Schultern und rüttelst sie wach. Überflüssige Fragmente werden entfernt, der Speicher neu sortiert, und der Server findet wieder schnell, was er sucht. Es ist, als ob du das Chaos in deinem Keller endlich einmal ordentlich stapelst.
Plugins wie „WP-Optimize“ können das automatisch. Alternativ kannst du’s über SQL machen. Gib dafür in phpMyAdmin diesen Befehl ein:
OPTIMIZE TABLE wp_posts, wp_postmeta, wp_comments, wp_commentmeta, wp_options;
Damit schmeißt du Ballast raus und bringst Struktur zurück. Der Vorgang dauert je nach Seitengröße ein paar Sekunden oder ein paar Minuten. Danach fühlt sich alles wieder leicht an. Wenn du eher an der gesamten Performance interessiert bist, lies dir auch Core Web Vitals im Griff: Meine ehrliche Anleitung für mehr Speed und bessere Rankings durch.
Schritt 4: Alte Plugin-Tabellen löschen
Ich wette, du hast schon das eine oder andere Plugin ausprobiert, nur um es wieder zu löschen. Das Problem: Viele Plugins verabschieden sich nicht vollständig. In der Datenbank bleiben ihre Tabellen wie verwaiste Räume. Sie belegen Platz, ohne etwas beizutragen.
Schau mit einem Tool wie „WP phpMyAdmin“ rein und prüf, welche Tabellen du nicht mehr brauchst. Wenn du sicher bist, dass das dazugehörige Plugin nicht mehr aktiv ist, kannst du die Tabelle löschen. Trau dich, aber mach vorher ein Backup. Ein beherzter Klick kann sonst mehr löschen als gewollt. Eine hilfreiche Anleitung dazu findest du auch bei dowebwork.de.
Schritt 5: Cron-Jobs und Transients prüfen
WordPress legt gern temporäre Einträge an, sogenannte Transients. Sie speichern Zwischenergebnisse, laufen aber oft nicht ab. Das ist wie alte To-do-Zettel, die du nie wegwirfst. Mit einem Plugin wie „Transient Cleaner“ kannst du sie bequem löschen lassen.
Auch Cron-Jobs, also wiederkehrende Aufgaben, neigen zum Aufstauen. Wenn du alte Backups oder Update-Aufgaben siehst, die du gar nicht mehr brauchst, raus damit. Je weniger unnötig läuft, desto flinker bleibt dein System.
Schritt 6: Automatisierung
Hand aufs Herz: Du wirst nicht jede Woche in phpMyAdmin vorbeischauen. Das ist okay. Darum lohnt es sich, alles zu automatisieren. Plugins wie „WP-Optimize“ können regelmäßig alte Revisionen löschen, Tabellen optimieren und Transients bereinigen. Du stellst das einmal ein und kannst dich zurücklehnen.
Ich hab das irgendwann für mich eingerichtet, weil ich keine Lust mehr auf manuelles Aufräumen hatte. Heute läuft das im Hintergrund, und meine Seiten bleiben stabil schnell, selbst wenn ich mal drei Wochen nur auf den Analytics-Tab stiere.
Warum sich das alles lohnt
Ich weiß, Aufräumen klingt immer nach Arbeit. Aber der Unterschied ist spürbar. Schnellere Ladezeiten, weniger Serverbelastung, bessere Erfahrung für Besucher. Und Google mag schnelle Seiten sowieso lieber. Du merkst den Unterschied nicht nur beim Nutzererlebnis, sondern auch in der Performance deiner Kampagnen.
Wenn du schon dabei bist, check am besten auch gleich dein Caching und deine Bildgrößen. Alles, was deine Seite leichter macht, bringt dich ein Stück näher an Top Scores bei PageSpeed. Vielleicht interessiert dich dazu auch Wie KI meine Arbeit aufräumt – die besten Tools für Design, Code und kreative Kontrolle, wenn du deine Prozesse zusätzlich automatisieren willst.
Mein Fazit
Ich hab irgendwann aufgehört, die Schuld für langsame Seiten bei Plugins zu suchen. In neun von zehn Fällen ist die Datenbank das Problem. Kleine regelmäßige Wartung schlägt große Notoperationen. Und ehrlich, das Gefühl, wenn nach einer Bereinigung alles wieder blitzschnell lädt, ist unbezahlbar.
Mach dir eine Routine draus. Plane alle paar Monate eine kleine Datenbank-Kur ein. Es kostet dich weniger Zeit, als du denkst, aber gibt dir jede Menge Geschwindigkeit zurück.
Wenn du dich lieber auf dein eigentliches Business konzentrieren willst, hol dir Unterstützung von Profis. Zum Beispiel von neu-protec. Die kümmern sich um technischen Feinschliff, während du dich um deine Inhalte kümmerst.
So bleibt deine Website nicht nur schick, sondern auch sauschnell. Und das fühlt sich verdammt gut an.












