Mir hat mal ein Kunde gesagt: „Discovery? Klingt nach Zeitverschwendung.“ Drei Wochen später wollte er den Projektplan neu schreiben. Zum dritten Mal. Ich musste lachen. Erst innerlich, dann laut. Denn genau das ist der Punkt: Wer die Discovery Phase überspringt, stolpert blind ins Projekt. Und stolpern kostet Zeit, Geld und Nerven.
Was die Discovery Phase wirklich ist
Ich nenne sie gern die „Fakten-vor-Fantasie-Phase“. Bevor wir irgendetwas gestalten, programmieren oder schreiben, klären wir, worum es überhaupt geht. Was ist das Ziel. Wer sitzt am anderen Ende des Bildschirms. Und was soll am Ende dabei rauskommen.
Das klingt banal. Ist es aber nie. Zwischen „wir wollen mehr Kunden“ und „wir brauchen ein digitales Tool, das unsere Prozesse vereinfacht“ liegen Welten. Genau diese Lücke füllt die Discovery Phase. Sie hält den Spiegel hoch, bevor jemand losrennt. Wer sich dafür interessiert, wie Analyse und Kreativität in der Praxis zusammenkommen, sollte auch mal in Wie gutes Motion Design dein Webdesign lebendig macht reinschauen.
Warum so viele sie unterschätzen
Viele sehen sie als Pflichtübung. Ein paar Workshops, ein paar Post-its, und fertig. Dabei steckt da viel mehr drin: Analyse, Empathie, Strategie. Und ja, auch Reibung. Ich sage Kunden gern: Wenn es in der Discovery nicht mal knallt, war sie zu oberflächlich.
Ich erinnere mich an ein E-Commerce-Projekt, das genau daran gescheitert ist. Alle nickten brav in der Startphase, keiner sprach das Offensichtliche aus: Dass die Zielgruppe gar nicht auf den beworbenen Plattformen unterwegs war. Später mussten wir alles umwerfen. Einmal durch die Hölle und zurück. Seitdem bin ich gnadenlos ehrlich in der Discovery.
Wie ich Discovery angehe
Ich starte immer mit Fragen, die wehtun. Wer braucht das Produkt wirklich. Was passiert, wenn ihr gar nichts verändert. Und welche internen Altlasten bremsten euch bisher aus. Wenn die Leute anfangen, sich auf dem Stuhl zu winden, weiß ich, ich bin nah dran.
Dann kommt Struktur:
- Interviews mit Stakeholdern. Kein Fragebogen, sondern ehrliche Gespräche.
- Nutzeranalyse und Persona-Entwicklung, basierend auf echten Daten, nicht Bauchgefühl. Wer verstehen will, wie moderne Technologien das unterstützen, findet spannende Impulse in Wie KI mir hilft, meine Nutzer wirklich zu verstehen.
- Wettbewerbscheck, um zu sehen, welche Geschichten andere schon erzählen.
- Workshops, in denen man den Mut hat, Hypothesen zu kippen.
- Eine klare Dokumentation am Ende, damit später keiner mehr sagen kann: „Das wusste ich nicht.“
Das Ziel: Ein gemeinsames Bild, das groß genug ist, um Kreativität zuzulassen, aber scharf genug, um Entscheidungen zu stützen.
Wie eine gute Discovery Missverständnisse killt
Missverständnisse entstehen immer dann, wenn Annahmen ungesprochen bleiben. „Ich dachte, du machst das so.“ „Ach, ich dachte, das läuft anders.“ Diese Sätze gehören zur Discovery wie Kaffee zum Büro. Sie sind Warnlampen. Wenn du sie oft hörst, läuft was schief.
Ich notiere jedes „Ich dachte“ als Hinweis. Dann frage ich nach. So oft, bis wir es schwarz auf weiß haben. Weil nichts gefährlicher ist als Halbwissen, das sich danach wie Wahrheit anfühlt. Eine gute Discovery ist also kein Meeting, sondern eine Übersetzungshilfe. Von Wunschdenken zu Sprache. Von Sprache zu Umsetzung.
Das größte Missverständnis über Discovery überhaupt
Viele glauben, Discovery sei rein theoretisch. Ein Haufen PDFs, die später eh keiner liest. Falsch. Discovery ist gelebte Praxis. Wenn sie richtig läuft, fließt sie in jedes Gespräch danach mit ein. Ich kenne Projekte, bei denen die Discovery unser Running Gag wurde: „Steht das in der Discovery?“ Und wenn nicht, wussten alle, dass man das klären muss.
Da fällt mir ein Beispiel ein: Ein Softwareprojekt mit acht Beteiligten und null klarer Zieldefinition. Nachdem wir in der Discovery alles auf den Tisch gelegt hatten, war die Luft kurz dick. Aber danach lief alles wie geschmiert. Kein Hickhack mehr, keine versteckten Erwartungen. Nur klare Zuständigkeiten. Herrlich befreiend.
Was passiert, wenn du sie überspringst
Du baust ein Haus, bevor du das Fundament gegossen hast. Es steht vielleicht eine Weile, aber wehe, der Wind zieht auf. Dann kippt alles. Und das Schlimme: Am Anfang merkt es keiner. Alle jubeln, weil’s schnell geht. Später fließt das Geld in Nachbesserungen. Und du sitzt da und denkst: Hätten wir mal.
Ich hab’s zu oft gesehen. Projekte, die bei Sprint drei auseinanderfallen, weil keiner mehr weiß, wer was entschieden hat. Dann wird gegoogelt nach „Project Recovery Plans“. Dabei hätte eine saubere Discovery vieles verhindert. Diese Phase spart Zeit, weil sie Chaos reduziert. Klingt paradox, ist aber so.
Wie lange soll man Discovery machen
So lange, bis man nicht mehr raten muss. Es gibt keine fixe Dauer. Manche Projekte brauchen zwei Wochen, andere zwei Monate. Der Trick ist, die Energie hochzuhalten und nicht in Analyse-Starre zu fallen. Ich plane lieber weniger Zeit mit intensiver Beteiligung als endlose Meetings ohne Fokus.
Wenn alle am Ende sagen: „Ich weiß, was wir tun, warum wir es tun und was wir nicht tun“, dann war’s lang genug.
Tools und Tricks, die helfen
Mir haben im Laufe der Jahre ein paar kleine Werkzeuge den Hals gerettet:
- Problemstatements statt To-do-Listen. Das zwingt zu echtem Denken.
- User Journeys, die nicht nach Lehrbuch aussehen, sondern nach echtem Leben.
- Workshop-Cards mit provokativen Fragen: „Was wäre, wenn euer Produkt morgen verboten wäre?“
- Priorisierungen mit echten Konsequenzen. Wer alles will, bekommt nichts richtig.
Diese Dinge helfen, weil sie Reibung erzeugen. Gute Reibung. So entsteht Klarheit. Wer solch kreative Tools interessant findet, wird vielleicht auch Ich tue nur so als würde ich was können – der ehrliche Kampf mit dem Hochstapler-Syndrom spannend finden, weil auch dort Offenheit und Reflexion der Schlüssel zum Fortschritt sind.
Wie du dein Team mitziehst
Viele Teams sehen Discovery zunächst als Extraarbeit. Meine Erfahrung: Sobald sie merken, dass Entscheidungen leichter werden, sind sie im Boot. Ich binde alle ein, vom Entwickler bis zum Vertriebler. Je unterschiedlicher die Sichtweisen, desto besser das Ergebnis.
Und ja, manchmal fliegen Fetzen. Aber das ist gesund. Es bedeutet, dass Menschen wirklich involviert sind. Nur tote Projekte sind konfliktfrei.
Die Rolle von Vertrauen
Discovery funktioniert nur, wenn man sich gegenseitig vertraut. Keine Masken, kein Blabla. Ich sage Kunden am Anfang immer: „Wenn ihr mich nur anstellt, um euch zuzuhören, spart euch das Geld.“ Ich will, dass sie mitdenken, mitreden, mitverantworten. Das ist keine Show, das ist Teamarbeit auf Augenhöhe.
neu-protec arbeitet übrigens genau so: ehrlich, direkt, keine Luftschlösser. Und das macht den Unterschied zwischen Projekten, die glänzen, und solchen, die implodieren.
Was am Ende bleibt
Discovery ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug funktioniert sie nur, wenn man sie benutzt. Wer einfach loslegt, spart sich vielleicht ein paar Tage, verliert aber oft Monate. Ich sehe die Discovery Phase wie ein gutes Warm-up vor dem Sprint. Kein Profi rennt einfach los, ohne sich aufzuwärmen. Warum tun es dann so viele Teams im Projektalltag?
Ich will keine Predigt halten, aber eins ist sicher: Wer Discovery ernst nimmt, spart Drama. Und schafft Raum für echte Kreativität. Weil keiner mehr damit beschäftigt ist, Missverständnisse zu erklären.
Mein Fazit nach Jahren Projekterfahrung
Die Discovery Phase ist die ehrlichste Phase überhaupt. Sie zeigt, ob ein Projekt realistisch ist. Ob alle an einem Strang ziehen. Und ob der Kunde wirklich weiß, was er will. Ohne sie bleibt alles vage. Mit ihr entsteht Richtung. Und die brauchst du, wenn du willst, dass das Projekt am Ende nicht nur fertig wird, sondern funktioniert.
Ich bin überzeugt: Discovery trennt gute Projekte von den gescheiterten. Und es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als wenn nach Wochen harter Arbeit alle sagen: „Genau so wollten wir’s haben.“ Dann weiß ich, die Discovery hat ihren Job getan. Punkt.













