Ich hab schon mehr SaaS-Produkte ausprobiert, als mir lieb ist. Manche haben gezündet, andere sind krachend gescheitert – meistens schon beim ersten Klick. Das Traurige daran: Oft lag’s nicht an der Idee, sondern daran, wie man mir das Ganze verkauft hat. Oder eher, wie man mich hat alleine rumirren lassen.
Onboarding – Liebe auf den ersten Klick
Hand aufs Herz: Wenn ich mich bei einem neuen Tool anmelde, will ich nicht studieren müssen, um es zu benutzen. Ich will das Gefühl haben, das Ding versteht mich. Ein gutes Onboarding nimmt mich an die Hand, ohne mich zu bevormunden. Es erklärt mir nicht alles, sondern genau das, was nötig ist, damit ich ein Erfolgserlebnis habe.
Ich erinnere mich noch an ein SaaS-Tool, das mir gleich beim ersten Login 15 Pop-ups ins Gesicht geschoben hat. Mit Pfeilen. Mit Textwüsten. Ich bin drei Minuten später raus – für immer. Wenn dein Onboarding aussieht wie eine PowerPoint-Präsentation aus der Hölle, dann hast du verloren, bevor du angefangen hast.
Ein gelungenes Onboarding ist wie ein guter Gastgeber. Er zeigt dir, wo’s langgeht, erklärt kurz, wo du die Snacks findest, und lässt dich dann in Ruhe entdecken. Kleine Tipps an den richtigen Stellen sind Gold wert. Sag mir lieber kurz: „Klick hier, um deinen ersten Bericht anzulegen“, als mich mit zehn Schritten zu erschlagen.
Der Moment, in dem ich bezahle – oder eben nicht
Die Preisgestaltung ist die unromantischste, aber ehrlichste Wahrheit deines Angebots. Menschen vergleichen. Und sie gehen, wenn sie sich verarscht fühlen. Ich sehe so viele Tabellen, die aussehen, als hätten drei Abteilungen gleichzeitig daran gearbeitet – Marketing, Finanzen und ein gelangweilter Designer.
Mach’s einfach. Drei Spalten. Klarer Unterschied. Keine versteckten Haken. Sag mir, was ich bekomme und was nicht. Wenn dein günstigster Tarif so knapp geschnitten ist, dass er kaum nutzbar ist, fühle ich mich veräppelt. Andererseits: Wenn dein teuerster Plan nur „Kontakt aufnehmen“ sagt, wirkt das wie Geheimniskrämerei. Preistransparenz schafft Vertrauen. Punkt.
Ich habe einmal ein Tool getestet, das beim Preis so unklar war, dass ich mich durch vier Seiten FAQ klicken musste. Am Ende stand da: „Preise auf Anfrage“. Weißt du, was ich gemacht habe? Nichts. Ich hab die Seite geschlossen. Denn wer nicht offen sagt, was etwas kostet, reizt mich nicht mal zur Kontaktaufnahme.
Features sind keine Pokémon – du musst sie nicht alle fangen
Jedes SaaS, das ich bisher gesehen habe, definiert sich über Features. Aber Features allein verkaufen nichts. Sie müssen Sinn machen, vor allem für den Nutzer. Ich will wissen, was ich mit deinem Tool besser machen kann. Nicht, dass du eine API hast, die noch keiner braucht. Wenn du mir erklären kannst, warum dein Feature mein Leben einfacher macht, dann hast du mich.
Viele Gründer reden von Funktionen, als wären sie Schmuckstücke. Dabei ist das meiste für den Kunden nur Rauschen. Wenn du schon ein Feature kommunizierst, dann verknüpfe es mit einem echten Nutzen. Zum Beispiel: „Automatische Rechnungsstellung spart dir drei Stunden Buchhaltungschaos pro Woche.“ Das spricht. „Integriertes Rechnungsmodul“ klingt dagegen nach Bürokratie.
Und erspar mir Tech-Overkill. Wenn du zu viel erklären musst, stimmt was nicht am Produkt oder am Text. Ich bin kein Ingenieur, ich will nur mein Problem lösen. Mehr zur Verbindung zwischen Nutzerverständnis und Design findest du im Beitrag Verkaufspsychologie im Webdesign – wie du User zum Kaufen verführst, ohne schleimig zu sein.
Erzählen statt aufzählen
Storytelling ist das, was vielen SaaS-Seiten fehlt. Sie zeigen Features in endlosen Listen und vergessen, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt. Er will keine Wörter, er will ein Bild im Kopf. Zeig mir in deiner Kommunikation, wie ein echter Nutzer dein Produkt einsetzt. Lass mich spüren, was passiert, wenn ich mich anmelde.
Ich erinnere mich an ein Beispiel aus eigener Erfahrung. Ein kleines Tool zur Zeitplanung hatte kein riesiges Marketingbudget, aber eine Geschichte: „Maria, Freelancerin, spart täglich 45 Minuten durch unsere automatische Terminverteilung.“ Mehr brauch ich nicht. Ich war überzeugt. Geschichten verkaufen, nicht Stichpunkte.
Die verzwickte Sache mit der Kommunikation
Wenn SaaS-Kommunikation funktioniert, fühlt sie sich einfach an. Je komplexer dein Produkt ist, desto einfacher muss die Sprache werden. Techniker mögen es anders sehen, aber deine Kunden sind keine Entwickler. Worte müssen klar, freundlich und frei von Bullshit sein. Gib deinem Produkt eine Stimme, die Vertrauen schafft und echt klingt.
Nichts killt Interesse schneller als Jargon. Ich sehe „skalierbare Architektur“, „asynchrone API“, „hochmoderne Lösung“. Das kann was heißen, muss aber nicht. Sag lieber: „Damit läuft deine App stabil, auch wenn tausend Nutzer gleichzeitig drauf sind.“ Das versteht jeder. Und jeder fühlt sich abgeholt. Wenn du dich fragst, wie Sprache und Effizienz zusammenhängen, lohnt sich auch ein Blick auf Green Web Design mit gesundem Menschenverstand – wie du das Web leichter, schneller und grüner machst.
Wenn du es schaffst, dass jemand deine Produktbeschreibung liest und denkt: „Das bin ich“, hast du gewonnen. Dann geht’s nicht mehr nur ums Tool, sondern um Zugehörigkeit.
Usability – auch für dein Gehirn
Viele SaaS-Seiten überfrachten mit Optionen, Formularen und Animationen, bis die Augen weh tun. Dabei leben gute Interfaces von Klarheit. Weißraum ist kein Platzverschwendungsrisiko, sondern Erholung fürs Gehirn. Jedes Feld, jede Schaltfläche sollte sich anfühlen wie ein natürlicher Schritt. Wenn ich beim Ausfüllen anfange zu stöhnen, läuft was falsch.
Ich habe gelernt: Weniger ist immer mehr. Lieber ein klarer Weg, an dem ich geführt werde, als drei labyrinthartige Menüs, die alle denselben Knopf verstecken. Wenn Nutzer erstmal eine Anleitung googeln müssen, damit sie dein Produkt verstehen, ist die Usability tot. Und das Vertrauen gleich mit. Wenn du deine Oberfläche testen willst, kann ein A/B-Test in WordPress dir helfen, Schwachstellen objektiv zu finden.
Feedback – das unterschätzte Gold
Feedback ist kein Luxus, sondern Radar. Es zeigt dir, wo du wirklich stehst. Ich frage mich oft, warum so viele SaaS-Gründer Feedback vermeiden. Angst vor Kritik? Lächerlich. Du brauchst ehrliche Stimmen, die dir sagen, wo’s klemmt. Und du musst darauf reagieren – offen, direkt und ohne Ausreden.
Ich hatte mal einen Entwickler, der jedes Mal beleidigt war, wenn ich Problemberichte schrieb. Zwei Monate später war sein Tool weg vom Fenster. Wer sich nicht anhört, was echte User sagen, spielt gegen die Wand. Feedback ist kein Angriff, sondern eine Einladung, besser zu werden. Und genau da trennt sich Erfolg von Eitelkeit.
Von der Testphase zur Liebe
Die Testphase ist dein Date mit dem Kunden. Und wie jedes gute Date sollte sie Spaß machen. Kein Druck, keine Verpflichtung, klare Signale. Wenn das Onboarding sitzt, die Features Sinn machen und die Preise stimmen, dann verlässt dein Nutzer diese Testphase nicht mehr. Er bleibt, weil du ihn verstanden hast.
Ich sag gern: Die beste Retention-Strategie ist Ehrlichkeit. Wenn du zeigst, was du kannst, und nicht so tust, als wärst du mehr, entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die einzige Währung, die im SaaS wirklich zählt.
Marketing, das wertvoll bleibt
Alles, was du tust – Website, E-Mails, Social Posts – muss dieselbe Sprache sprechen. Ich erkenne sofort, wenn Texte von verschiedenen Leuten stammen, die nie miteinander gesprochen haben. Einheitlichkeit schafft Wiedererkennung. Kein Stockfoto-Grinsen, keine Worthülsen. Sprich, wie du mit einem echten Menschen sprechen würdest. Und tu’s mit Herz, nicht mit Schablone.
Ob du eine Agentur oder ein Einzelkämpfer bist: Es lohnt sich, deine Kommunikation regelmäßig zu prüfen. Frag dich, ob sie noch atmet. Oder ob du dich hinter Fachbegriffen versteckst. Echtheit ist kein Bonus, sie ist Pflicht.
Wenn alles zusammenpasst
Ein starkes SaaS ist kein Zufall. Es entsteht, wenn Onboarding, Preismodell und Feature-Kommunikation sich gegenseitig ergänzen. Wenn du an einem Teil schraubst, beeinflusst du alle anderen. Ein verwirrtes Onboarding kann deine Preisseite kaputt machen. Eine unklare Preistabelle kann dein Storytelling auslöschen. Alles hängt zusammen.
Ich teste regelmäßig Tools und merke sofort, wenn das Gesamtbild nicht stimmt. Dann spüre ich diese kleine Reibung im Bauch, die mir sagt: Da fehlt Kohärenz. Und Kohärenz ist spürbar – in Text, Design und Gefühl. Wer das meistert, hat gewonnen.
Wenn du dir beim Lesen denkst: „Das klingt, als wäre es viel Arbeit“, dann hast du recht. Gute Kommunikation ist Arbeit. Aber sie lohnt sich. Und wenn du das nächste Mal an deinem SaaS feilst, lies diesen Satz laut: Ohne gutes Onboarding, eine faire Preistabelle und ehrliche Feature-Kommunikation ist alles andere nur schöner Code.
Falls du Unterstützung suchst, um genau das richtig hinzubekommen: Ich arbeite gern mit Profis wie neu-protec zusammen, die wissen, wie man Komplexes klar erklärt.
Mach’s einfach richtig
Am Ende ist SaaS keine Raketenwissenschaft. Es geht um Menschen. Um Emotionen. Und um Vertrauen, das sich in Sekunden entscheidet. Nutzer wollen spüren, dass sie willkommen sind. Dass sie verstanden werden. Und dass du sie ernst nimmst. Wenn du das schaffst, brauchst du keine Tricks mehr.
Ich hab’s oft genug gesehen: Produkte, die technisch Mittelmaß waren, aber durch kluge Kommunikation gewonnen haben. Und andere, die alles richtig programmiert, aber alles falsch gesagt haben. Die Sprache zwischen Mensch und Software ist entscheidend. Sprich sie fließend und ehrlich.
Dann funktioniert dein SaaS nicht nur. Es bleibt.













