Ich dachte erst, ich hätte zu viel Kaffee getrunken, als mir die Idee kam, ein eigenes WordPress-Plugin zu bauen. Ich hatte null Erfahrung mit PHP, aber eine nervige Aufgabe, die mich jeden Tag Zeit kostete. Genau da lag der Reiz. Wenn mich etwas ständig stört, will ich’s lösen. Und falls andere das gleiche Problem haben, umso besser. Geld verdienen mit einem Problem, das mich selbst nervt – klang fair.
Die Sache mit dem nervigen Problem
Ich hatte eine kleine Agenturwebseite, auf der ich regelmäßig Kundendaten manuell aktualisierte. Termine, Formulare, kleine Textänderungen – lauter Kleinkram. Stunden sind dabei draufgegangen. Ich suchte nach einem Plugin, das zumindest einige dieser Wiederholungen abnimmt. Doch was ich fand, war überladen, teuer oder schlicht Mist. Also dachte ich mir: Mach ich’s eben selbst. Wer genau diesen Weg nachvollziehen will, findet hier meinen ausführlichen Erfahrungsbericht zum ersten Plugin-Projekt.
Das klingt mutiger, als es war. Ich war mehr „Copy und Anpassung“-Coder als Entwickler. Aber ich hatte einen klaren Plan. Und ehrlich, das ist beim Plugin entwickeln wichtiger als 10 Jahre Codeerfahrung. Die Idee muss spitz sein, klein und nützlich. Kein Schweizer Taschenmesser. Kein Alleskönner. Nur ein Tool, das ein konkretes Problem löst. Genau das habe ich gelernt.
Von der Idee zum ersten funktionierenden Ding
Ich habe mich in ein paar Tutorials geklickt, viel geflucht und am Ende ein Plugin gebaut, das automatisch wiederkehrende Aufgaben in WordPress Posts erledigte. Etwas, das mir pro Woche locker zwei Stunden sparte. Es war hässlich im Code, aber es lief. Ich nannte es „LazyAdmin“ – klingt sympathisch, oder? Wer so etwas lokal ausprobieren möchte, findet hier eine gute Anleitung: WordPress Localhost: So installierst du WordPress lokal.
Dann kam die Vermarktung. Das Wort allein hat mich kurz erschreckt. Aber als Online-Redakteur wusste ich, wie man eine Geschichte erzählt. Also schrieb ich über meinen Frust, über die Idee, sie umzusetzen, und über das Ergebnis. Kein Pitch-Sprech. Nur ehrlich. Das zog direkt ein paar Leute an, die genau dasselbe Problem hatten. Und plötzlich wollten sie das Plugin auch.
Wie man testen kann, ob jemand Geld dafür zahlt
Ich habe kein fancy A/B Testing gemacht. Ich hab einfach gefragt. In Facebook-Gruppen, Foren, bei Bekannten. „Würdest du 15 Euro zahlen, damit du nie wieder manuell Tags pflegen musst?“ Die Reaktionen waren erstaunlich eindeutig. Ja. Und das reichte, um weiterzumachen.
Ich hab die wp.org-Richtlinien gelesen, Versionen gepackt und mein Plugin hochgeladen. Die erste Version war voller kleiner Macken. Jeden zweiten Tag Mails von Leuten, die Bugs fanden. Ich hab geflucht, Kaffee nachgeschüttet und gefixt. Aber dann kam die erste Spende. 10 Euro via PayPal. Ich schwöre, ich hab mich gefühlt wie Jeff Bezos im Mini-Format.
Wie man aus einem Hobby-Projekt ein Produkt macht
Später ging’s darum, das Ding ordentlich aufzuziehen. Also Website gebaut, ein minimalistisches Logo erstellt, Support-Mail eingerichtet. Und den Preis von 15 auf 29 Euro angehoben. Leute haben trotzdem gekauft. Da war der Beweis: Der wahrgenommene Wert zählt mehr als der tatsächliche Codeaufwand.
Ich habe außerdem gelernt, dass gute Beschreibungstexte und eine klare Nutzenkommunikation Gold wert sind. Statt technischer Details lieber schreiben: „Spart dir jeden Monat zwei Stunden Arbeit.“ Das verstehen auch Leute, die keine Ahnung von PHP haben.
Was ich in dem Prozess gelernt habe
1. Kleine Probleme sind Goldgruben. Wenn dich etwas nervt, nervt es garantiert noch mehr Leute. Und jeder zahlt lieber 20 Euro als ständig genervt zu sein.
2. Perfektion ist Zeitverschwendung. Dein Plugin muss nicht perfekt sein, nur hilfreich. Beta-Nutzer verzeihen viel, wenn du schnell auf Feedback reagierst.
3. Marketing ist Gespräch, kein Vortrag. Ich habe festgestellt, je ehrlicher du von deinem Weg erzählst, desto mehr Menschen hören dir zu. Ähnlich wie ich es auch beschrieben habe in diesem Artikel über Vertrauen und Reichweite.
Der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Das kann mehr werden
Eines Abends schrieb mir ein Kunde aus Kanada. Er fragte, ob er eine erweiterte Version mit Custom Fields kaufen kann. Ich schaute kurz auf meinen Bildschirm, dann auf meine Kaffeetasse und dachte: Das war’s, jetzt ist es offiziell. Ich hatte ein Produkt, das jemand international kaufen wollte.
Also überarbeitete ich das Plugin, machte es robuster und bot zwei Versionen an. Eine kostenlose und eine Pro-Version. Ich habe ein paar Features hinzugefügt, die auf Nutzerfeedback basierten, und schon ging’s los. Das war die erste richtige Einnahmequelle, die komplett automatisiert lief. Morgens Mails, dass jemand gekauft hatte. Ich musste nichts tun – außer Updates liefern, wenn mal wieder etwas nicht funktionierte.
Wie man das Ganze wirklich verkauft
Ich nutze einfache Mittel. Kein übertriebenes Funnel-Marketing. Nur ehrliche Texte, kleine Videos und Erfahrungsberichte von echten Nutzern. So entstanden Vertrauen und eine kleine, feine Community. Ich empfehle, mit einer simplen Website zu starten, WordPress selbst genügt. Wenn du magst, schau bei neu-protec vorbei, da findest du einige Ideen, wie man digitale Services clever aufzieht. Das hilft für die Struktur.
Ich nutzte Stripe für Zahlungen, setze Mailchimp auf und verschickte monatliche Tipps. Nicht nur Werbung, sondern echte Hilfe. Über die Zeit stiegen die Zahlen. Der Clou: Die Leute, die mich kannten, empfahlen mich weiter. Kostenloses Marketing durch Vertrauen. Besser geht’s nicht.
Was du brauchst, um loszulegen
- Eine nervige Aufgabe, die du lösen willst
- Ein bisschen Mut, um zu basteln
- Ein Konto bei GitHub oder wordpress.org
- Ein Minimum an Geduld
Das war’s im Grunde. Technische Perfektion kann warten. Wichtig ist, dass dein Plugin funktioniert und anderen Zeit spart. Den Rest lernst du nebenbei. Und du wirst lernen. Glaub mir. Wenn du dich fragst, ob WordPress heute noch der richtige Weg ist, lies dir diese Diskussion durch: Lohnt es sich 2024, WordPress zu lernen?
Fehler, die ich gemacht habe (und du besser nicht)
- Ich habe anfangs keinen Supportprozess gehabt. Das war Chaos. Setz gleich ein einfaches Supportformular auf.
- Ich habe Updates unterschätzt. WordPress ändert ständig etwas, bleib dran. Sonst schreien Nutzer, weil ihr Plugin nach einem Update spinnt.
- Ich hab zu spät an die Dokumentation gedacht. Erklär deinem Nutzer Schritt für Schritt, wie es funktioniert. Das spart Dutzende Fragen.
Und warum sich das alles lohnt
Weil du plötzlich Geld verdienst, während du schläfst. Kein Zauber. Nur ehrliche Arbeit, verpackt in einem kleinen Stück Code. Und ja, es fühlt sich wahnsinnig gut an, wenn jemand bedankt sich bei dir, weil dein Plugin seinen Arbeitsalltag erleichtert.
Ich bin kein Entwickler geworden, aber ich habe gelernt, wie mächtig kleine Ideen sind. Wenn du heute startest, ist das Beste, was du tun kannst: Hör auf, nach der großen Idee zu suchen. Fang mit der kleinen, nervigen Sache an, die dich jeden Tag stört. Versuch, sie zu lösen. Wenn’s klappt, bau ein Plugin draus. Schon bald gehörst du zu denen, die nicht nur WordPress nutzen, sondern es mitgestalten.
Fazit
Ich bin ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass aus meiner Frustidee ein Side-Business wird. Heute hab ich drei Plugins im Store, zwei bringen regelmäßig Einnahmen. Keine Reichtümer, aber solide. Ich mag den Gedanken, dass da irgendwo jemand sitzt, auf „Aktualisieren“ klickt und mein kleines Stück Code ihm Zeit schenkt. Das ist der echte Gewinn. Nicht nur das Geld. Sondern das Gefühl, etwas gebaut zu haben, das funktioniert und nützlich ist. Wenn dich der Gedanke reizt, mit kleinen Projekten Einnahmen aufzubauen, lies auch diesen Artikel über Website-Projekte mit Gewinnpotenzial.
Also, Schluss mit Theorie. Öffne dein WordPress, schnapp dir eine Kleinigkeit, bau was draus. Vielleicht ist das der Anfang von etwas, das dein Leben leiser, aber besser macht.













