Ich geb’s zu, ich bastle lieber erstmal im stillen Kämmerlein, bevor ich eine Webseite live stelle. Klar, Fehler gehören dazu. Aber wenn du die gleich öffentlich machst, ist das peinlich. Deshalb gibt’s Tools wie LocalWP und DevKinsta. Die beiden sind wie Werkstatt und Probelaufbahn für dein Webprojekt, nur eben auf deinem Computer. Kein Risiko, keine neugierigen Augen. Nur du, dein Code und dein Kaffee.
Warum überhaupt lokal entwickeln?
Ich erinnere mich an mein erstes WordPress-Projekt. Euphorisch wie ein Kind mit neuen Bausteinen habe ich direkt auf dem Server herumgefummelt. Das Ergebnis: weiße Seite. Totalausfall. Ich hab geschwitzt, gebetet und gelernt. Nie wieder direkt online basteln. Seitdem läuft alles erst lokal auf meinem Rechner.
Lokale Entwicklung bedeutet, dass du deine Webseite komplett auf deinem eigenen PC betreibst, bevor sie überhaupt online geht. Du kannst Themes testen, Plugins ausprobieren, PHP-Versionen wechseln oder neue Layouts zerschießen, ohne dass jemand davon was sieht. Es ist wie eine Spielwiese, auf der du dich austoben darfst.
Was du für eine lokale Entwicklung brauchst
Stell dir das so vor: Dein Computer wird zum Mini-Webserver. Dafür brauchst du eine Software, die PHP, MySQL und einen Server wie Apache oder NGINX bereitstellt. Du könntest das alles manuell einrichten, aber wer will schon eine Woche lang Konfigurationsdateien bearbeiten? Genau deshalb gibt es Tools wie LocalWP und DevKinsta. Ein paar Klicks, und schon steht deine Testumgebung.
LocalWP – Das Wohlfühlpaket für WordPress-Fans
LocalWP ist so etwas wie der bequeme Kumpel, der dir beim Umzug hilft und danach noch Pizza mitbringt. Einmal runtergeladen, läuft’s. Die Oberfläche ist sauber, jede Funktion sitzt da, wo du sie erwartest. Du klickst dich einfach durch.
- Installation: kinderleicht. LocalWP bringt alles mit. WordPress, Datenbank, Server. Du brauchst nichts extra aufzusetzen.
- Performance: flüssig und angenehm. Seiten laden ohne Murren.
- SSL: Nur ein Klick, und schon hast du eine lokale HTTPS-Verbindung. Kein Zertifikatschaos.
- Add-ons: Du kannst Dienste wie Mailpit, Image Optimization oder Site Cloning nutzen. Mehr zum Thema lokales E-Mail-Testing findest du hier bei Kinsta.
Besonders praktisch finde ich die Funktion, bestehende Seiten von Flywheel oder WP Engine direkt zu ziehen. So kannst du ganz entspannt eine Live-Seite lokal duplizieren und daran basteln. Du willst eine neue Plugin-Version testen? Ab in die Testumgebung. Wenn was schiefgeht, einfach löschen und neu machen.
DevKinsta – Das Power-Tool mit Profi-Anspruch
DevKinsta ist eher wie der Kollege mit Kaffeefleck auf dem Hemd, der aber jeden Shortcut kennt. Entwickelt wurde es von Kinsta, also der Hosting-Anbieter, der Leistung liebt. Und das merkt man.
- Technik: DevKinsta basiert auf Docker. Dadurch kannst du jede Installation isoliert halten. Keine Konflikte, kein Versionschaos.
- Setup: Etwas nerdiger als LocalWP, weil Docker im Hintergrund läuft. Aber wer das einmal verstanden hat, will nichts anderes mehr.
- Perfektion für Kinsta-Nutzer: Wenn du dein Hosting bei Kinsta hast, kannst du deine Seite direkt synchronisieren. Push und Pull per Klick.
- Werkzeuge: Eingebauter E-Mail-Catcher, Datenbankverwaltung, PHP-Wechsel und Debugging inklusive – empfehlenswert ist auch dieser Leitfaden zum WordPress-Debugging.
Was ich an DevKinsta liebe? Die Kontrolle. Du weißt genau, welche Version von PHP du fährst, welche Datenbank läuft und wie der Server reagiert. Es ist etwas technischer als LocalWP, aber wer gerne tief reingeht, fühlt sich hier zu Hause.
Was unterscheidet die beiden wirklich?
Beide Tools haben das gleiche Ziel: Dir eine lokale WordPress-Umgebung bereitzustellen. Der Unterschied liegt im Stil und Anspruch. Ich sag es mal so:
- LocalWP ist wie Apple. Schön, intuitiv, läuft einfach.
- DevKinsta ist wie Linux. Flexibel, mächtig, aber du solltest wissen, was du tust.
LocalWP ist perfekt, wenn du schnell starten willst und dich auf Design, Inhalte oder Plugins konzentrierst. DevKinsta verlangt ein bisschen mehr technisches Verständnis, belohnt dich aber mit Geschwindigkeit und Transparenz. Wenn du mit Docker arbeiten kannst, ist das ein Traum. Wenn nicht, bleibt LocalWP dein bester Freund.
Mein persönlicher Workflow
Ich starte meistens mit LocalWP. Schnell ein neues Projekt anlegen, ein Theme reinschmeißen, kurz sehen, wie’s aussieht. Wenn ich später sehe, dass ich mehrere parallele Setups brauche oder komplexe Tests fahren will, ziehe ich nach DevKinsta um. Das ist wie vom Kleinwagen in den SUV umsteigen, sobald du mehr Anforderungen hast.
Das Schöne ist, dass du beide Tools nutzen kannst, ohne dich ewig einzuarbeiten. Genau das braucht es, wenn du viele Projekte jonglierst. Und ich habe meistens mehr Tabs und offene Ideen, als mir lieb ist. Wenn du Ordnung in dein digitales Chaos bringen willst, empfehle ich dir meinen Artikel „Automatisiere dein Chaos: Wie Zapier und Make mein digitales Leben ordneten“.
Tipps aus meinem Alltag
- Versionskontrolle: Auch lokal solltest du Git nutzen. Fehler passieren schneller, als du tippen kannst.
- Regelmäßige Backups: Nur weil es lokal ist, heißt das nicht, dass dein Rechner unsterblich ist.
- Tests unter echten Bedingungen: Simuliere verschiedene PHP-Versionen und Browser. Wenn’s lokal läuft, läuft’s online erst recht.
Fehler, die du dir sparen kannst
Mach nicht den gleichen Unsinn wie ich damals: keine Arbeit ohne Backup, kein Plugin-Test auf der Live-Seite. Jedes Tool ist nur so gut, wie du es einsetzt. Wenn du blind darauf vertraust, dass schon alles klappt, ist das der sichere Weg in die Katastrophe. Nutze die lokale Umgebung, um dich auszutoben – aber tue es bewusst. Wenn du dich darüber hinaus für nachhaltige und performante Hosting-Lösungen interessierst, lies auch „Grünes Webhosting: Wie ich rausfand, dass Server auch ein Gewissen haben“.
Sicherheit geht vor – auch offline
Ja, selbst auf deinem Rechner kann etwas schiefgehen. Ein kaputtes Plugin oder ein korrumpierter Datenbankeintrag kann dein Projekt unbrauchbar machen. Tools wie LocalWP oder DevKinsta sind keine Zauberei, sondern Werkzeuge. Sie schützen dich vor unnötigem Stress, aber am Ende trägst du die Verantwortung für dein Projekt.
Ich empfehle übrigens, regelmäßig kleine Sicherheitsroutinen einzuüben. Backups, saubere Datenbanken, keine uralten Plugins. Wer das zur Gewohnheit macht, spart Nerven – und Kaffee.
Wenn du zu faul für Handarbeit bist
Manche Entwickler basteln lieber alles selbst. Ich hab das ein Jahr lang probiert und dann gemerkt: Automatisierung ist was Gutes. LocalWP und DevKinsta nehmen dir viele langweilige Schritte ab. Besonders, wenn du neue Domains, SSL oder Datenbankverbindungen aufsetzt, machen die Tools den Job besser und schneller. Du musst nicht jedes Mal die gleiche Installationsorgie feiern.
LocalWP vs DevKinsta – Der direkte Vergleich
| Funktion | LocalWP | DevKinsta |
|---|---|---|
| Einfachheit | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Technische Tiefe | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Docker Integration | Nein | Ja |
| Zusammenarbeit mit Host | WP Engine / Flywheel | Kinsta |
| SSL Einbindung | Ja (per Klick) | Ja (automatisch) |
| Mail-Catcher | Add-on | vorhanden |
| Performance | Sehr gut | Hervorragend |
Mein Fazit
Wenn du eine schnelle, bequeme Lösung suchst, nimm LocalWP. Wenn du mehr Kontrolle willst, nimm DevKinsta. So einfach ist das. Ich finde, beide Tools gehören ins Werkzeugregal jedes WordPress-Entwicklers. Mal brauchst du den Schraubenzieher, mal den Hammer. Hauptsache, du weißt, was du damit tust.
Und falls du tief in Technik, Datenschutz und sicheren Webprojekten drin bist, schau dir neu-protec an. Dort geht’s genau um diese Themen – mit Praxisbezug und echtem Nutzen für dein Business.
Zum Schluss noch eins
Kein Profi ist vom Himmel gefallen. Fang klein an, probiere dich aus, aber mach es richtig. Eine lokale WordPress-Umgebung ist kein Luxus, sondern gesunder Menschenverstand. Sie spart dir Zeit, Nerven und peinliche Momente vor Kunden. Und ja, auch wenn du denkst, du hast alles im Griff – einmal zu viel gelöscht, und du wirst mir zustimmen.
Ich baue jede Seite heute erst lokal. Immer. Mein Rechner ist mein Labor. Und das Gefühl, sorglos Dinge auszuprobieren, ist Gold wert.













