Ich sag’s direkt: Wenn du deine Webseite nur für Sehende, Klickfeste und Millennial-Mausakrobaten baust, verpasst du was. Nicht nur Reichweite, sondern auch die Chance, ernst genommen zu werden. Ich hab selbst lange diesen Fehler gemacht. Und ja, ich hab’s bitter bereut.
Wie ich über Nacht zum Accessibility-Freak wurde
Früher dachte ich, Barrierefreiheit sei was für Ämter oder Behördenseiten. Ich wollte lieber „cooles Design“. Animierte Menüs, fancy Slideshows, viel Bling-Bling. Bis mir eine Hörgeschädigte schrieb, dass sie meine Tutorials liebt, aber mein Video-Player ohne Untertitel „ein Witz“ sei. Das tat weh. Und sie hatte recht.
Also hab ich mein eigenes Online-Business auseinandergenommen. Screenreader getestet. Farben gecheckt. Kontraste angepasst. Plötzlich sah ich meine Seite wie jemand, der sie sonst nie wirklich nutzen konnte. Das war kein schönes Erwachen, aber ein wichtiges.
Warum Barrierefreiheit kein Extra ist
Viele denken: Das ist nice to have. So ein Add-on für Unternehmen mit zu viel Budget. Falsch. Es ist Pflicht. Nicht nur juristisch, bald auch emotional – weil Kunden merken, wo sie ausgeschlossen werden. Und das spricht sich rum. Niemand will die Marke sein, die nur „einsehbare“ Menschen anspricht. Einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen findest du etwa im Ratgeber zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz 2025.
Aber klar, Barrierefreiheit kostet. Ein echter Audit frisst Stunden. Da wird der Code zerlegt, jedes Element geprüft, jedes Fehlverhalten dokumentiert. Dazu gehören technische Checks, Designanalyse und eine ehrliche Bewertung, was davon wirklich nutzbar ist. Das alles braucht Erfahrung, Geduld und Menschen, die wissen, dass ein ARIA-Label kein Gewürz ist.
Was ein professioneller Audit wirklich leistet
Ein sauberer Barrierefreiheits-Audit ist wie ein TÜV für deine Webseite. Nur gründlicher und mit mehr Kaffee. Dabei geht’s nicht darum, dich bloßzustellen. Es geht darum, Lücken sichtbar zu machen. Zahlen, Daten, Fehlerquellen. Keine Bauchgefühle.
- Code-Check: Sind Formulare auch ohne Maus bedienbar? Funktionieren Screenreader sauber?
- Design: Passen Kontraste, Farben, Schriftgrößen? Erkennt jemand deine Buttons als Buttons?
- Inhalt: Gibt’s Alternativtexte für Bilder? Strukturierte Überschriften? Saubere Lesereihenfolge?
- Technische Umsetzung: Was ist einfach zu beheben, wo braucht’s tiefergehenden Eingriff?
Das Ergebnis ist ein Bericht, der ehrlich weh tun darf. Ich hatte mal eine Kundin, deren Seite so viele ARIA-Fehler hatte, dass mein Screenreader hyperventilierte. Aber nach der Umsetzung lief sie nicht nur reibungslos, sie war auch im Ranking stabiler. Google liebt Struktur. Und Google liebt es, wenn Menschen auf deiner Seite bleiben, statt genervt zu gehen.
Was passiert nach dem Audit?
Jetzt kommt der Teil, auf den alle warten: die Umsetzung. Hier trennt sich die Spreu vom Tech-Könner. Ein guter Dienstleister schreibt nicht bloß einen 200-Seiten-Report, den du nie liest. Er packt an. Er kennt dein CMS, versteht deine Besucher und baut Barrierefreiheit so ein, dass sie wie selbstverständlich wirkt.
Ich sag’s ehrlich, das ist der Teil, wo’s teuer wird. Aber teuer ist nicht immer schlecht. Ein Herzchirurg kostet auch mehr als ein Pflaster. Wer das billig macht, spart am falschen Ende. Irgendwann musst du’s doch richtig machen – spätestens, wenn dich jemand verklagt oder deine Conversion plötzlich einbricht. Einen ähnlichen Gedanken habe ich auch in meinem Artikel „Mehr als nur A-B-Tests: Warum ein monatlicher Retainer dein cleverster Marketing-Move ist“ geteilt.
Für wen sich so ein Service wirklich lohnt
Wenn du eine kleine private Seite hast, reicht oft ein einfacher Check. Es gibt Tools, die dir per Klick zeigen, was grob schiefläuft. Für Unternehmen mit Umsatz, Markenwert und echter Verantwortung ist das aber zu wenig. Da brauchst du Profis, die deine Seite technisch auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Und ja, das kostet gut vierstellig. Manchmal fünfstellig.
Klingt viel, oder? Aber rechn’s mal durch. Eine zugängliche Webseite erreicht mehr Menschen. Kunden mit Behinderungen, ältere Nutzer, Menschen mit temporären Einschränkungen. Barrierefreiheit erhöht Nutzbarkeit für alle. Was schneller lädt, klar strukturiert ist und sich per Tastatur bedienen lässt, erfreut auch die restlichen 90 Prozent deiner Besucher.
Ich erzähl dir, wie ich’s mach
Wenn ich einen Barrierefreiheits-Check mache, geh ich in drei Phasen:
- Analyse: Ich prüfe, wie Screenreader, Tastaturnavigation und mobile Nutzung funktionieren. Kein Schönreden.
- Bericht: Ich zeige dir (mit Screenshots und Tests), wo’s hakt und wie streng das Problem ist.
- Umsetzung: Ich setze die Lösungen direkt an deinem Code um. Wenn du willst, begleite ich dich länger, damit’s nachhaltig läuft.
Ein Projekt dauerte mal zwei Wochen, das andere zwei Monate. Kommt auf die Chaos-Tiefe an. Aber am Ende steht eine Seite, die funktioniert. Nicht nur für dich. Für alle. Und das ist verdammt befriedigend. Wenn dich interessiert, wie ich ähnliche Projekte strukturiere, lies gern „Warum ich mit einem monatlichen KI-Redaktionspaket meine Kundenblogs auf Kurs halte“.
Wie Kunden reagieren
Ein Kunde erzählte mir neulich, dass er nach dem Rework erstmals Mails von sehbehinderten Nutzern bekam, die sich bedankten. Stell dir das mal vor: Leute bedanken sich, weil sie deine Webseite lesen können. Das ist echtes Feedback, das du nirgends kaufen kannst.
Und es bleibt nicht bei der Dankbarkeit. Die Nutzungszahlen stiegen, die Absprungrate sank, die Conversion legte zu. Nicht weil plötzlich die Farben hübscher waren, sondern weil die Seite endlich funktionierte – auf allen Geräten, für alle Sinne.
Tools, ohne die ich nicht arbeite
Ich setze auf eine Mischung aus automatisierten und manuellen Tests. Automatisierte Prüfer wie WAVE oder axe helfen beim Vorcheck, aber sie sehen nicht alles. Kein Algorithmus erkennt, ob dein Formulartitel wirklich Sinn ergibt oder ob ein Kontrast auf einem bestimmten Hintergrund flimmert.
Darum kommen auch echte Nutzer ins Spiel. Menschen, die Screenreader nutzen, die motorische Einschränkungen haben, die Farbenblind sind. Ihre Rückmeldung zählt. Denn kein Tool ersetzt das echte Erleben einer Webseite. Eine gute Orientierung dafür liefert übrigens der Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur, der u.a. auf digitale Inklusion eingeht.
Warum viele hier trotzdem scheitern
Die häufigsten Fehler? Oberflächlichkeit und falsches Sparen. Da wird ein Audit gebucht, weil’s auf der To-do-Liste steht, und danach wandert der Bericht in eine Schublade. Ohne Umsetzung bringt das genau null.
Und dann ist da noch die Angst vor Aufwand. Ja, Barrierefreiheit ist kein Sonntagsspaziergang. Aber wer es ernst meint, baut sie von Anfang an ein. Neue Projekte lassen sich fantastisch planen, wenn man früh weiß, was nötig ist. Das spart am Ende sogar Geld.
Das Beste an barrierefreien Seiten
Mir gefällt, dass barrierefreie Seiten fast immer schöner, klarer und verständlicher werden. Keine überlade Menüs, keine kryptischen Links, kein Chaos. Eine Seite, die auch bei Sonne auf dem Handy lesbar ist, gewinnt doppelt: zufriedene Besucher und bessere Werte bei Google. Und dann noch das gute Gefühl, niemanden auszuschließen.
Was viele vergessen
Barrierefreiheit ist kein Projekt. Es ist ein Prozess. Eine Webseite ist nie fertig, nie perfekt. Neue Inhalte, neue Module, neue Fehler. Ich mach regelmäßig Nachtests, weil überall still und heimlich Updates passieren. Plugins, Browser, Frameworks. Alles verändert sich. Wer da nicht regelmäßig prüft, verliert.
Darum arbeite ich eng mit Partnern wie neu-protec zusammen. Sie helfen mir, technische Umsetzung und Audits noch tiefergehend anzugehen. Manchmal braucht’s einfach ein zweites Paar Augen – oder ganze vier.
Was bleibt am Ende?
Barrierefreie Webseiten sind kein Luxus, sondern der Beweis, dass einem seine Nutzer wirklich wichtig sind. Und seien wir ehrlich: Jeder von uns wird älter, mal kurzsichtig, mal motorisch etwas langsamer. Was heute „für andere“ gemacht wird, ist morgen unser eigenes digitales Geländer.
Ich mach diesen Job, weil ich’s selbst erlebt habe, was es heißt, übersehen zu werden. Und weil es Spaß macht, wenn Technik plötzlich Menschlichkeit bekommt. Wenn deine Seite endlich nicht mehr nur hübsch aussieht, sondern funktioniert. Für jeden.
Also frag dich das nächste Mal, wenn du ein neues Projekt startest: Will ich, dass alle rein dürfen? Wenn ja, fang an, Barrieren zu suchen. Nicht um Schuld zu finden, sondern Chancen. Und glaub mir, du wirst überrascht sein, wie viele es gibt.













